Am 31. Oktober, dem evangelischen
Reformationstag, trafen sich 14 Reformgruppen aus Deutschland und Österreich
zum Reform-A(k)tions-Tag im Katholischen Pfarrzentrum Hammelburg, zu dem
die seit genau einem Jahr bestehende Hammelburger Kirche in Bewegung (KiB) (
www.kircheinbewegung.net
) eingeladen hatte.
Die Notwendigkeit von Reformen in der römisch-katholischen Kirche ist in den
letzten Monaten mehr als je zuvor augenscheinlich geworden. Um der Glaubwürdigkeitskrise
der Kirche in der Gesellschaft entgegenzuwirken, bedarf es deutlicher und längst
überfälliger Schritte der inneren Erneuerung.
Die Reformbewegungen rufen alle Christinnen und Christen auf, sich ihrer eigenen
Charismen und Mündigkeit bewusst zu werden und das Geschick der Gemeinden in
die eigene Hand zu nehmen. Damit schließen sie sich dem „Essener
Hahnenschrei 2010“ der KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“ (PM
mit Bericht von der Bundesversammlung) an. Als spirituelle Basis wird eine
Verbreitung des „Hammelburger Donnerstagsgebetes“ unterstützt, das
reformwillige Christinnen und Christen auf Gemeindeebene sammeln will. So soll für
die Öffentlichkeit und die Kirchenleitungen deutlich werden, dass eine breite
Kirchenbasis Reformen der katholischen Kirche einfordert.
Die teilnehmenden Reformgruppen fordern einen Dialog auf Augenhöhe mit den
Bischöfen, eine Kultur des Zuhörens und der Anerkennung des gemeinsamen
Priestertums aller Gläubigen, was sich in ergebnisoffenen Gesprächen und dem völligen
Verzicht auf Machtausübung gegenüber sogenannten "Laien" und
Priestern manifestieren muss. Es liegt in der Verantwortung der Bischöfe, der
Kirche durch Reformen - auf der Basis des Evangeliums - neue Glaubwürdigkeit zu
schenken. Dafür müssen "Laien" in Entscheidungen gemäß dem Zweiten
Vatikanischen Konzil und unter Ausnutzung aller kirchenrechtlichen Möglichkeiten
mit eingebunden werden.
Die Reformbewegungen wollen Priestern Mut machen, sich offen und ehrlich zu
ihrer Lebens- und Arbeitssituation zu äußern und gemeinsam mit den Christinnen
und Christen in den Gemeinden an einer Lösung der strukturellen Probleme der
Kirche zu arbeiten.
Die in Hammelburg versammelten Reformbewegungen werden sich durch weitere
Treffen gegenseitig in ihren Schwerpunkten unterstützen und die Vernetzung
vorantreiben.
Unterzeichnende Reformgruppen (in alphabetischer
Reihenfolge):
Der Kirchen-Reform(A)ktionstag, perfekt
vorbereitet und gestaltet von der Hammelburger Gruppe "Kirche in
Bewegung", war ein großer Erfolg. 14 Reformgruppen aus ganz Deutschland
und Österreich waren gekommen, um miteinander ein gemeinsames Handeln
abzustimmen. Man kam überein, zukünftig stärker als Netzwerk aktiv werden zu
wollen. Der "Hammelburger Doppelbeschluss" beinhaltet sowohl
spirituelles wie politisches Engagement. Grundlage hierfür sind das Donnerstagsgebet,
das überall als Mahngebet zur Kirchenreform eingeführt werden soll, und der kürzlich
verfasste "Essener
Hahnenschrei" der Kirchenvolksbewegung.
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